Der lange Weg nach Nairobi und eine andere Perspektive

Die Atmosphäre im Stadion war ein besonders Erlebnis - auch hinsichtlich der Maskottchen.
Die Atmosphäre im Stadion war ein besonders Erlebnis – auch hinsichtlich der Maskottchen.

Es hat sich die ganze Saison über so leicht gelesen. Jedes Mal, wenn wir über Luka Herden berichteten, so schien es, war er weiter gesprungen. Die Form war top, mit seiner Bestweite von 7,50 Metern ließ er jeden deutschen Athleten seiner Altersklasse hinter sich und war international in der U18 konkurrenzfähig. Man vergisst schnell, wenn man das so ließt, dass der Erfolg kein Selbstläufer ist. Luka Herden war mit dem Ziel in die Saison gestartet, sich für die U18-Weltmeisterschaft in Nairobi zu qualifizieren. Mehr als einmal erschien dieses Ziel außer Reichweite. Für einen Athleten braucht es viel Erfahrung, um sich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und auch dann kostet es viel Energie und Disziplin, unbeeinflusst von allen Umständen weiterzuarbeiten. Diese Erfahrung kann man von einem 17-jährigen noch nicht erwarten. Es wäre beschönigt zu sagen, dass ihn die Saison nicht einiges an Kraft gekostet hat.

Am 12. Juli war er am Ziel: Gemeinsam mit zwölf anderen Athleten wurde er im Weitsprung angekündigt. Der erste Sprung war weit, aber ungültig. Dann schlug sich bei dem jungen Athleten die Nervösität Bahn und er zog in den Sprüngen nicht mehr durch. Ein weiterer ungültiger Sprung folgte, im dritten kam er mit viel Vorsicht auf 6,75 Meter. Eine Weite, die leider nicht für den Endkampf reichte.

Man kann jetzt sagen, dass seine Bestleistung von 7,50 Metern für den Endkampf und den Bronzerang gereicht hätte. Man könnte mutmaßen, dass ein Traum aus ist. Das ist die Welt, in der jedes Schwächeln hart bestraft wird. Man kann aber auch sagen, dass uns dieser junge Athlet diese Saison unglaublich viel Spaß gemacht hat. Dass er berechtigt mit zu den Weltmeisterschaften gefahren ist und dort internationale Wettkampferfahrung sammeln durfte. Und aus einer anderen Perspektive kann man sagen, dass man aus Erfolgen herzlich wenig und aus den Momenten, in denen nicht alles klappt, sehr viel lernt. Dass man lernen kann, mit Schwächen und Nervösität umzugehen. Und, dass es einen Athleten auszeichnet, nach Rückschlägen nicht aufzugeben.

Es bleibt noch ein – auch Luka Herden – sehr wichtiger Aspekt: Es sind noch die Menschen zu erwähnen, die ihn auf dem Weg nach Nairobi unterstützt haben. Dies sind vor allem sein Trainer Lars Goldbeck, der auch in Nairobi vor Ort war, und Andreas Peters, genannt Pete, vom physio.werk in Roxel. Im Hintergrund unterstützend Leistungssportwart Jörg Riethues und Herdens Trainingsgruppe, von der Jan Vogt sogar mit nach Nairobi reiste. Und – last but not least – seine Familie, die Höhen und Tiefen besonders intensiv miterlebte.

Luka Herden und Andreas Peters vom physio.werk in Roxel, der Luka Herden bei Problemen zur Seite stand.
Luka Herden und Andreas Peters vom physio.werk in Roxel, der Luka Herden bei Problemen zur Seite stand.