Luka Herden übertrifft DM-Erwartungen

Er war einer der jüngsten Starter in Sindelfingen und dennoch der einzige Athlet, der einen Doppelstart über die 60 Meter und im Weitsprung wagte. Dies bedeutete für den jungen Athleten der LG Brillux eine Wettkampfdauer von viereinhalb Stunden im Glaspalast von Sindelfingen. Eine nicht zu unterschätzende Belastung, die er besonders zum Ende hin in unerwartet konzentrierter und ausdauernder Weise meisterte.

Bei den 60 Metern fehlte noch etwas die Lockerheit am Start - trotz schneller Zeiten.
Bei den 60 Metern fehlte noch etwas die Lockerheit am Start – trotz schneller Zeiten.

Im 60 Meter-Sprint waren 53 Teilnehmer gemeldet und Herden begann seinen Wettkampftag im siebten von sieben Vorläufen. Er qualifizierte sich als Vorlaufdritter in 7,05 Sekunden über die Zeit für den Zwischenlauf. Dies, obwohl der Lauf für Herden suboptimal verlief: Etwas fest geworden kam er nicht so gut wie sonst und deutlich später als die Konkurrenz aus dem Startblock. Auch im Zwischenlauf etwas mehr als eine Stunde später fand er noch nicht zu der notwendigen Kombination aus Lockerheit und Spannung am Start, sodass er wieder zu lange im Block verblieb. Unter diesen Bedingungen legte er nichtsdestotrotz 7,07 Sekunden auf die Bahn. Für die erste Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen der U20 bereits eine achtbare Leistung, doch mit dem folgenden Wettkampf sollte es noch besser kommen.

Wiederum eine Stunde nach dem Zwischenlauf wurde der nationale Titelkampf im Weitsprung unter 16 Athleten ausgetragen. Herden, mit seinen gesprungenen 7,00 Metern an der Spitze der aktuellen deutschen U18-Bestenliste, war in der Meldeliste der U20 weitengleich mit einigen anderen Athleten an letzter Position zu finden. Umso überraschender auch für seinen Trainer Lars Goldbeck qualifizierte sich Herden mit 6,90 Metern für den Endkampf der besten acht Athleten. Da Goldbeck die Halle kurzfristig früher verlassen musste, übernahm Jörg Riethues die Betreuung für die folgenden drei Sprünge. Herden beendete den Wettkampf an Position sechs mit neuer persönlicher Bestleistung von 7,01 Metern im vierten Sprung. Riethues zeigte sich beeindruckt: „So ruhig bei dieser Konkurrenz zu bleiben und die Korrekturen so gut umzusetzen, ist nicht ohne weiteres in so einer Situation zu erwarten. Das war über viereinhalb Stunden eine ganz starke Vorstellung heute.“

Tom Thiemann, gleich zu Beginn des Wettkampftages im ersten 1.500 Meter-Vorlauf am Start, konnte sich in 4:11,62 Minuten und einem achten Platz nicht für das Finale qualifizieren. Für ihn geht es nun in die Vorbereitung auf die Sommersaison. Nächste Woche wird er einen Doppelstart bei den Kreis-Crossmeisterschaften im Wienburgpark absolvieren.

Ergebnisse Deutsche U20-Hallenmeisterschaften Glaspalast Sindelfingen 25.02.2017