Luka Herden für die U20-Weltmeisterschaft nominiert

Luka Herden hat sich nach seiner Teilnahme an der U18-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr auch in diesem Jahr für die U20-Weltmeisterschaft qualifiziert. Am 8. Juni wird er nach Helsinki fliegen und von dort mit dem Bus nach Tampere reisen. Der folgende Tag bleibt ihm dann, um sich auf den Wettkampf vorzubereiten, bevor er am Dienstagmorgen im Weitsprung-Qualifikationswettkampf antreten wird. Für den Mittwochabend ist das Finale angesetzt.

Der Abiturient ist bei der Weltmeisterschaft in dem jüngeren Jahrgang der U20 und kann in Tampere nur gewinnen: Seine Teilnahme als einziger deutscher Athlet im Weitsprung ist bereits als Erfolg zu werten und die erneute Qualifikation nach 2017 ein deutliches Zeichen für die Konstanz des jungen Athleten. Wir gratulieren Luka Herden und seinem Trainer Lars Goldbeck ganz herzlich zu der Nominierung und wünschen von Herzen einen guten Flug – nach Finnland und in die Weitsprunggrube.

Bericht auf leichtathletik.de: DLV nominiert Team für U20-WM in Tampere

Zeitplan U20-Weltmeisterschaft Tampere/Finnland 2018

„Ein bisschen das Gefühl vom Fliegen“

Luka Herden hat Samstag bei der B&S Kurfpalz Gala in Weinheim seine Bestleistung auf starke 7,61 Meter gesteigert. Damit hakte er die U20-Weltmeisterschaftsnorm (Tampere/Finnland, 10. bis 15. Juli) ab, gewann den Wettkampf, setzte sich an die Spitze der Deutschen U20-Jahresbestenliste und auf den vierten Platz der aktuellen europäischen U20-Bestenliste. Und an die Tradition wurde auch gedacht: Der Abiturient holte den U20- und Männerkreisrekord nach einjähriger Übergangsphase, in der dieser von Björn-Ole Klehn gehalten (7,58 Meter/13.05.2017 in Herborn) worden war, in die Familie zurück. Im Interview spricht er über den Wettkampf, was ihm die LG Brillux bedeutet und über das Beste am Weitsprung.

 

Luka, zunächst herzlichen Glückwunsch zu Deiner tollen Leistung. Wie hast Du den Wettkampf in Weinheim und Deinen 7,61-Meter-Sprung erlebt?
„Ziemlich gut. Ich hatte vom Aufwärmen bis zum letzten Sprung ein sehr gutes Gefühl für die einzelnen Sprünge und konnte gut auf Lars‘ Anweisungen reagieren. Der erste Sprung war – wenn auch leider ungültig – technisch am schönsten. Bei den anderen Sprüngen haben wir nachher in der Videoanalyse noch Verbesserungsmöglichkeiten gesehen. Trotzdem bin ich extrem zufrieden und glücklich, da mein Hauptziel für diese Saison ist, die Region um 7,50 Meter konstant springen zu können. Genau das habe ich glaube ich gezeigt. Die Bedingungen waren super, ich springe sehr gern bei hohen Temperaturen. Und die Unterstützung durch mein Trainingsgruppe war super.“

Wie hat denn Dein Trainer, Lars Goldbeck, reagiert?
„Natürlich hat er sich auch gefreut, dass ich die Norm gesprungen bin. Aber er sieht wie ich auch das Potential in dem letzten Sprung, der technisch noch nicht das Gelbe vom Ei war. Er hat allerdings sogar gesagt, dass er eigentlich gar nicht gewollt hätte, dass ich so weit springe, damit für mich auch im kommenden Jahr nicht so ein Druck entsteht. Da weiß ich aber nicht, wie ernst er das gemeint hat. Insgesamt ist Lars mit den Ergebnissen der gesamten Trainingsgruppe mehr als zufrieden und freut sich auf die weitere Wettkampfsaison.“

Du steckst doch aktuell im Abitur – hat das für Dich die Vorbereitung erschwert?
„Ja genau, ich mache gerade mein Abitur und habe morgen die letzte Prüfung. Eingeschränkt hat es mich eher wenig. Natürlich musste ich viel lernen, aber dafür müssen wir ja auch nicht mehr in die Schule gehen, sodass ich viel Zeit zum Lernen habe und das Training eine sehr willkommene Auszeit davon darstellt. Insgesamt musste ich zwar einige Einheiten abkürzen oder gänzlich ausfallen lassen, aber ich denke, das war tragbar (lacht).“

Was bedeutet es Dir, den Kreisrekord wieder zurück in die Familie geholt  zu haben?
„Joa, schwere Frage. Es ist irgendwie schon witzig, dass der Rekord jetzt wieder in unserer Familie ist und es war auch schon immer mein Ziel, das zu erreichen. Aber wenn ich ehrlich bin, ist mir der Gedanke um den Rekord, bis darüber berichtet wurde, gar nicht durch den Kopf gegangen. Ich möchte jetzt einfach weiterarbeiten und mir ist das Springen bei Wettkämpfen auf hohem Niveau einfach wichtiger als ein Rekord.“

Weißt Du schon, wie es für Dich nach dem Abitur weitergeht?
„Das steht auch alles noch nicht ganz so fest. Ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf das Abitur. Für die Zeit danach habe ich schon einige Pläne im Kopf, aber ob es so auch kommt oder anders, kann ich jetzt noch nicht sicher sagen.“

Die LG Brillux ist ein Verein, wo sowohl der Nachwuchs wie auch der Leistungssport eine große Rolle spielt. Du selbst kommst aus dem LG Nachwuchs. Was bedeutet Dir das?
„Natürlich verbindet das mit dem Verein, dass ich seit ich sechs bin – also seit zwölf Jahren – bei der LG trainiere. Über mein Training im Grundverein früher (TuS Hiltrup) bin ich in die Leistungsgruppe Sprint/Sprung von Lars Goldbeck gekommen. Ich finde es sehr schön zu sehen, dass die Talente der jungen Sportler so gefördert werden. Und ich hoffe, dass ich vielleicht auch selbst als ein kleines Vorbild für jüngere Athleten diene, bei diesem Sport zu bleiben und Erfolge zu feiern.“

Du hast zwischendurch auch immer wieder mal kleine Verletzungssorgen, was sind Deine Tipps zur Regeneration?
„Ich muss leider zugeben, dass ich wirklich sehr oft irgendwo ein paar kleinere Probleme habe oder manchmal sogar sehr schwerwiegende.  Spezielle Tipps habe ich nicht, ich bin oft in physiotherapeutischer Behandlung beim physio.werk. Ich profitiere sehr von den regelmäßigen Behandlungen bei Pete (Anm.: Andreas Peters). Manchmal ist auch Kai Krautwig (Physiotherapeut/Therapiezentrum am Bült) beim Training für uns da und ab und zu bin ich bei Peter Müller am St. Josef-Stift in Sendenhorst. Dadurch habe ich die Probleme bis jetzt immer in den Griff bekommen und konnte weitertrainieren. Und wenn es gar nicht geht, muss man eben auch Mal ein bisschen Pause machen.“

Wie geht es jetzt für Dich in der Saison weiter?
„Nächstes Wochenende ist schon der Qualifikationswettkampf in Regensburg, wo ich gerne starten würde. Ich mag das Stadion und die Veranstaltung sehr gerne und es ist eben ein Qualiwettkampf. Leider habe ich mir am Wochenende nach dem Wettkampf einen Infekt eingefangen und muss nun abworten, ob dieser wie geplant innerhalb der nächsten Tage abheilt. Ansonsten ist noch der Nominierungswettkampf in Mannheim, wenn ich nominiert werde, die U20-Weltmeisterschaft und die Deutschen Meisterschaften als Saisonhöhepunkt.“

Was ist Deiner Meinung nach das Beste am Weitsprung?
„Schon wieder eine schwere Frage. Ich würde sagen, dass einerseits natürlich auch der Erfolg eine Rolle spielt. Auf der anderen Seite verbindet der Weitsprung aber viele Elemente: Sprinttraining ist wichtig, da die Geschwindigkeit stark zu einer guten Weite beiträgt. Man kann in dieser Disziplin auf viele verschiedene Arten an zahlreichen technischen Feinheiten arbeiten, die es einem dann ermöglichen, weiter zu springen. Und wenn man einen Sprung mal wirklich gut trifft und richtig abhebt, dann hab ich in meiner eigenen Wahrnehmung unglaublich viel Zeit in der Luft und man hat so ein bisschen das Gefühl vom Fliegen. Auch wenn das jetzt vielleicht kitschig klingt.“

 

Vielen Dank für Deine Antworten. Wir wünschen Dir alles Gute für die weitere Saison und drücken Dir für die Nominierung die Daumen.

 
Aktuelle Europäische U20-Bestenliste

Herden springt U20-WM-Norm

Die LG Brillux Athleten der Leistungsgruppe Sprint/Sprung um Lars Goldbeck haben bei der B&S Kurpfalz Gala in Weinheim mit herausragenden Leistungen geglänzt. Für das absolute Top-Resultat hat Luka Herden gesorgt: Er sprang im sechsten Versuch des Weitsprungwettbewerbs neue persönliche Bestleistung von 7,61 Metern – bei leichtem Gegenwind. Damit setzte er sich an die aktuelle Spitze der Deutschen U20-Jahresbestenliste, hakte die Norm für die U20-Weltmeisterschaft ab und gewann den Wettbewerb in Weinheim. Nicht zu vergessen: Er holte den Kreisrekord im Weitsprung zurück in die Familie Herden, denn er verbesserte sowohl U20- wie auch den Männerrekord . Bis zum letzten Jahr war dieser von seinem Vater Frank Herden gehalten und erst 2017 von Björn-Ole Klehn auf 7,58 Meter verbessert worden. Es gab am Samstagabend folglich Gründe wie Sand in der Weitsprunggrube zum Feiern im Hause Herden.

Staffeln mit DM-Normen

Die 4×100-Meter-Staffel der U20 mit Joshua Michalik, Jakob Bruns, Ben Rose und Luka Herden hakte in 42,07 Sekunden die U20-DM-Norm ab. Ein Lauf, in dem das Erreichen der Norm im Vordergrund stand und die Staffel noch kein Risiko einging. Michalik zeigte dabei auf seinem Streckenabschnitt, dass mit ihm und seiner aufsteigenden Form zukünftig auch wieder in den Einzelwettbewerben zu rechnen ist. DM-Norm lief ebenfalls die 4×100-Meter-Staffel der Männer in erstmaliger Besetzung mit Markus Greufe, Kai Sparenberg, Jan Vogt und Justus Hilling in 41,74 Sekunden. Schlussläufer Hilling zeigte auf der Zielgerade ein starkes Finish und sicherte Norm und Sieg für die Staffel.

Kai Sparenberg und Jakob Bruns (U18) nutzten die 100-Meter-Vorläufe als Auftakt für ihre 200-Meter-Starts und Staffeleinsätze. Sparenberg lief dabei 10,81 Sekunden, Bruns 11,21 Sekunden. Im 200-Meter-Lauf steigerte Sparenberg seine persönliche Bestleistung auf starke 21,12 Sekunden. Der Student lief dabei den Kurvenabschnitt noch auf Sicherheit, um keine Verletzung zu riskieren. Dennoch erreichte er als schnellster deutscher Startermit dieser Zeit hinter dem Österreicher Markus Fuchs Rang zwei. Bruns lief die 200 Meter in 22,64 Sekunden.

Markus Greufe durchbricht Schallmauer

Greufe unterbot im 100-Meter-Sprint zum ersten Mal die 11-Sekunden-Schallmauer. Mit einer starken Bestleistung von 10,87 Sekunden im Zwischenlauf blieb er deutlich unter dieser Marke. Im Finale bestätigte er seine Leistungssteigerung direkt noch einmal in 10,90 Sekunden und zeigte, dass er ein stabiles neues Leistungsniveau erreicht hat. Ben Rose (U20) schrammte auf der doppelten Distanz nur haarscharf an der U20-DM-Norm vorbei. Mit 22,56 Sekunden verfehlte er diese nur um sechs Hundertstel.

Trainer Lars Goldbeck war mit allen Leistungen höchstzufrieden und hat nun bereits neun Athleten in seiner Trainingsgruppe, die sich für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert haben. Als nächste steht die Gala in Regensburg auf dem Programm der Gruppe.

 

Ergebnisse B&S Kurpfalz Gala Weinheim 2018

Bericht über die Kurpfalz Gala auf leichtathletik.de

Kreisrekordliste Kreis Münster-Warendorf | Kreis 24

Aktuelle Deutsche U20-Jahresbestenliste

Herden kratzt mit Flugshow an der U20-WM-Norm

LG Brillux Athleten mit 14 Titel am ersten Tag der Münsterlandmeisterschaften | Das Highlight des ersten Tages der Münsterlandmeisterschaften im Stadion Sportpark Nord in Ahlen war ohne Frage der U20-Athlet Luka Herden. Mit einer fantastischen Serie von 7,26 – 7,18 – 7,42 – X – 7,52 – 7,51 Metern lieferte der von Lars Goldbeck trainierte Athlet einen Weitsprungwettbewerb der Extraklasse ab. Ihm gehörten am Abend der Titel, eine neue persönliche Bestleistung und das Wissen, bei seinem Saisoneinstieg die U20-Weltmeisterschaftsnorm nur um winzige drei Zentimeter verfehlt zu haben.

Das Triple-Double

Beste weibliche Athletin war am Samstag Sprinterin Greta Piepel. Die U18-Athletin siegte mit Jugend-DM-Norm und persönlicher Bestleistung über 200 Meter in 25,48 Sekunden. Über 100 Meter lief sie in 12,62 Sekunden zur Vizemeisterschaft. Jakob Bruns, ebenfalls der U18 angehörend, holte im Sportpark Nord das Double: 11,30 Sekunden über 100 Meter und 22,56 Sekunden über 200 Meter sicherten ihm die zwei Meistertitel. In der U20 schloss sich Ben Rose dieser Leistung an und lief über 100 Meter in 11,40 Sekunden über 200 Meter in 22,83 Sekunden zum Sieg. Das Double-Triple komplettierte Markus Greufe in der Aktivenklasse mit persönlicher Bestleistung über 100 Meter in 11,00 Sekunden und mit 6,99 Metern im Weitsprung der Männer. Kai Sparenberg lief über 100 Meter in 11,03 Sekunden kurz hinter Greufe zum Vizetitel und holte sich über die doppelte Distanz in 21,64 Metern den sicheren Sieg. Lars Goldbeck, der die Leistungsgruppe Sprint/Sprung und die genannten Athleten betreut, konnte am Samstagabend zu Recht sehr stolz auf die Top-Leistungen seiner Schützlinge sein.

Im Dreisprung der Männer erreichte Carsten Wolany mit 12,35 Metern den ersten Platz. Tom Thiemann hielt im 800-Meter-Rennen der U20 mit 2:01,05 Minuten die Konkurrenz mit einem Vorsprung von über sechs Sekunden auf sicherer Distanz. Über die gleiche Distanz benötigte Oskar Enseling in der U18 exakt zwei Sekunden mehr und holte mit gelaufenen 2:03,05 Minuten den Meistertitel. Im Stabhochsprung der W14 erreichte Marla Mathiessen mit 2,40 Metern Platz eins.

 

Ergebnisse Münsterlandmeisterschaften 2018 Ahlen | Tag 1